Berliner Künstler schuf neue Schulkreuze für die Liebfrauenschule - beeindruckende Segensfeier im Coesfelder Berufskolleg

Die Coesfelder Liebfrauenschule hat ihr eigenes Gesicht, sie ist geprägt durch ihre langjährige Geschichte mit den Schwestern Unserer Lieben Frau. Am Freitag segnete Pfarrer Franz Westerkamp die neuen Schulkreuze. In Anlehnung an die biblischen Worte an Abraham sprach er alle Teilnehmenden an: „Du, Mensch, sollst ein Segen sein!“ Sie ließen diesen Satz in einem stillen Moment auf sich persönlich wirken. Gottes Segen ist an die ganze Gemeinde gerichtet, meint aber jeden sehr persönlich.

Vom Orden der Schwestern Unserer Lieben Frau nahmen Schwester Maria Anntraud, ehemalige stellvertretende Schulleiterin, und Schwester Maria Margareta, ebenfalls viele Jahre Lehrerin an der Liebfrauenschule an der Segensfeier teil. Es kamen zudem viele Klassensprecher und ihre Vertreter, LehrerInnen, die Schulleitung und KollegInnen aus der Verwaltung. Im neuen Schulkreuz wurde der Leitsatz der Ordensgründerin Julie Billiart „Wie gut ist der gute Gott“ in einer bildhauerischen Arbeit von dem Berliner Künstler Klaus Hack umgesetzt. Die Liebfrauenschule wollte den Worten der Ordensgründerin ein Denkmal setzen. Damit sollte die Verbindung zu den Schwestern Unserer Lieben Frau und der Ursprung der Schule mit ihren geschichtlichen Wurzeln verdeutlicht werden.

Klaus Hack fand für die anrührenden Worte Julie Billiarts eine moderne archaische Bildsprache. Der Bildhauer schuf einen Vierflügelaltar, der in geschlossener Form ein Kreuz ergibt. Genau dieses geschlossene Kreuz wurde nun als Kreuz für die Klassenräume durch Menschen vom IBP Coesfeld (Interkulturelle Begegnungsprojekte) mit unglaublicher Sorgfalt und Geduld für die Liebfrauenschule gefertigt. Ihnen galt dafür besonderer Dank, ebenfalls einem Schüler aus der BFC11b, der während eines Praktikums die Kreuze mitgestaltete.

Öffnet man den Altar, werden fünf skulpturale Motive sichtbar, die auf das Leben und auf die Grundhaltung der Ordensgründerin verweisen. Zudem ist der Leitsatz von Julie Billiart „Wie gut ist der gute Gott“ zu lesen. Der Vierflügelaltar kann als mobiler Altar in zahlreichen Lern- und Lebenssituationen – ob im Klassenraum, im Foyer oder im Meditationsraum, im Park der Schule– eingesetzt und zu einem wichtigen Erkennungszeichen der Schule werden. Die Idee dazu hatte Frau Ponzel–Mühlenkamp, eine Verwaltungsmitarbeiterin.

Christian Laing, Lehrer an der Schule, stellte die Biographie des 1966 in Bayreuth geborenen Künstlers vor, der unter anderem an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und an der Hochschule der Künste für Berlin studierte. Klaus Hack lebt und arbeitet völlig zurückgezogen in Seefeld bei Berlin in einem alten Bahnhof. Seine Holzskulpturen wirken fast expressiv und monumental.

Nach der Segnung der Kreuze hielten Lehrer und Schüler Fürbitten. Die Kreuze wurden ihrer Bestimmung für die einzelnen Fachräume, Lehrerzimmer, Beratungsraum, Klassenräume, Meditationsraum, Verwaltungsräume, Bücherei übergeben. Die Feier wurde musikalisch von den Musiklehrerinnen und durch weitere Vortragsstücke begleitet. Die SchülerInnen, LehrerInnen und MitarbeiterInnen der Verwaltung nahmen nach der Feier ihre Kreuze für die Klassenräume und Fachräume mit und hängten sie dort auf. Der Grundgedanke soll das Schul-Leben durchwirken: als Gesegnete durchs Leben gehen und diesen Segen an andere weiterschenken.

 

Text: Klaudia Dederichs

Liebfrauenschule Coesfeld