Fara Pietrina D’UVA

Maria Regina Provinz, Coesfeld, Deutschland (Rom)

Datum und Ort der Geburt:              28. Juni 1930              Castelpetroso, Italien
Datum und Ort der Profess:             8. September 1955     Rom, Italien
Datum und Ort des Todes:               6. Dezember 2021       Rom, Italien
Datum und Ort der Bestattung:       noch unbekannt

 

 

Schwester Maria Giuliana war das sechste von sieben Kindern der Eheleute Alfonso D’Uva und Vincenza Giancola D’Uva. Sie wurde im kleinen Dorf Castelpretoso geboren, zu Füßen eines majestätischen Marienheiligutms, das der schmerzhaften Mutter geweiht ist. Dort ist die unberührte Natur auch heute noch zu bewundern. Die Eltern waren Bauern und lebten von den Erträgen der Landwirtschaft. Später zog die Familie nach Carpinone um, wo sie das Land bewirtschaftete, und wo Fara die Schafe hütete.

Als sie 22 Jahre alt war hat der Herr sie dort gefunden, und sie hat großzügig geantwortet und ist ihm in der Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau nachgefolgt. 1953 begann sie ihr Noviziat und erhielt den Namen Schwester Maria Giuliana. 1955 legte sie ihre erste Profess ab, und 1960 weihte sie sich dem Herrn mit den ewigen Gelübden.

Während und im Anschluss an ihre Ordensausbildung war sie in vielfältigen Bereichen eingesetzt, bis unsere Oberen ihr eine weitere Ausbildung ermöglichten, damit sie sich der Erziehung von Kindern widmen konnte. Damit begann ihr Apostolat in dem schönen Städt-chen Trevignano Romano, wo sie mit viel Hingabe Kinder auf die Sakramente vorbereitete und für die kleine historische Kapelle sorgte, die der heiligen Katharina geweiht ist. Sie verbrachte ihre Tage mit den Kindern des städtischen Kindergartens. Berühmt waren ihre Aufführungen mit den Kleinen und ihr Einsatz in den Ferienfreizeiten im Sommer. Sr. Maria Giuliana engagierte sich auch in der Katechese der Pfarrgemeinde und in der Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion und die Firmung. Sie wandte große Mühe dafür auf, die Kinder der Grundschule auf die Teilnahme am Sonntagsgottesdienst vorzubereiten.

1993 hatte sie die große Freude, ihre Verwandten in Deutschland besuchen zu können. 1995 nahm sie an der Pilgerfahrt zu den Wurzeln unserer Kongregation teil. 2003 reiste sie nach Brasilien, um die Provinz Canoas zu besuchen; und von dort aus machte sie sich auf den Weg nach Argentinien zu ihren Verwandten, die aus Italien ausgewandert waren, um sich in Argentinien ein besseres Leben aufzubauen.

Über die Jahre ließen die Kräfte der zwei in Trevignano verbliebenen Schwestern nach, und es war nötig, dass sie nach Rom umzogen. Ihre letzten Jahre verbrachte Schwester M. Giuliana in großer Gelassenheit, eingebunden in das Gebetsleben und den Alltag der Kommunität. Sie war dankbar für jeden Dienst und antwortete mit einem schönen Lächeln und einem Gebetsversprechen. Nach einer Woche schwerer Krankheit hat sie sich vertrauensvoll den Händen ihres Schöpfers überlassen.

 

 

Schwester Maria Justiniane

Maria Richter

 

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

Datum und Ort der Geburt:               02. Februar     1927    Ermke, Kr.Cloppenburg

Datum und Ort der Profess:               15. August      1951    Ahlen

Datum und Ort des Todes:                 27. Dezember 2021    Coesfeld, Kloster Annenthal

Datum und Ort der Beerdigung:        04. Januar       2022    Coesfeld, Schwesternfriedhof

 

Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ Gal 2,20

„Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?“ Ps. 27,1

 

Am 2. Februar 1927 wurde Maria Richter in Ermke, Kreis Cloppenburg, geboren. Sie war das dritte von zehn Kindern der Eheleute Josef Richter und Rosa Richter, geborene Aumann.

 

Als Maria drei Jahre alt war, zog die Familie nach Kellerhöhe um. Dort besuchte sie von 1933 bis 1940 die kath. Volksschule. Am 21.06.1936 ging sie zur Erstkommunion und ein Jahr später wurde sie gefirmt. Nach dem Besuch der Volksschule half Maria ein Jahr auf dem elterlichen Hof. Dann war sie 3 Jahre als Hausgehilfin in einer Familie in Emstek. Anschließend arbeitete sie wieder auf dem elterlichen Hof. Als sie 1947 für ein Jahr als Lehrköchin im Antoniushaus in Vechta war, lernte sie die Schwestern Unserer Lieben Frau näher kennen. Nicht viel später trat sie in unsere Ordensgemeinschaft im damaligen Provinzhaus in Mülhausen ein.

Bei ihrer Einkleidung erhielt sie den Namen Schwester Maria Justiniane. Ihre ersten Gelübde legte sie am 15.08.1951 in Ahlen ab. Von dort aus war ihr erster Einsatz mit häuslichen Arbeiten in Gelsenkirchen, wo sie nach der ewigen Profess wieder eingesetzt wurde. Zwischendurch lebte sie 2 Jahre in der Studentinnenburse in Münster. Sie erzählte später noch gern von dem provisorischen Leben dort und dem großen Bombentrichter im Garten, den die Schwestern auf dem sogenannten „Kuhpatt“ beim Rosenkranzgebet umrundeten

 

Von Gelsenkirchen aus ging es nach Bocholt, wo Schwester Maria Justiniane auch für das Weißnähen zuständig war. Während der Zeit dort machte sie 1971 auch die Ausbildung zur staatlich geprüften Wirtschafterin. Von 1981-1988 sorgte sie in Münster für Haus und Pforte. Anschließend war sie fünf Jahre auch als Wirtschafterin in Coesfeld im Noviziat tätig. Von 1993 an war sie wieder in Münster in der

Studentinnenburse für das Refektorium und Nähzimmer zuständig bis sie 2011 aus gesundheitlichen Gründen ins Annenthal nach Coesfeld wechselte.

 

Die beiden Bibelverse, die Schwester Maria Justiniane als Leitmotiv gewählt hat, fanden sich in ihrem Leben wieder. Wer mit ihr zusammenlebte, konnte Christus erfahren. Sie war einfach für andere da, ganz selbstverständlich, ohne aufdringlich zu sein. Bescheiden ging sie ihren Weg, zuversichtlich, zufrieden, froh und gläubig. Gott war wirklich die Kraft ihres Lebens.

 

Nach ihrem Umzug nach Coesfeld begann auch ihre Demenz, langsam, aber zunehmend. Erschreckt stellten nach wenigen Jahren Schwestern, die sie einige Zeit nicht gesehen hatten, fest, dass Schwester M. Justiniane sie nicht mehr erkannte. Zuletzt verbrachte sie die Zeit im Bett, wenig oder gar nicht ansprechbar. Wer ihr Gutes tun wollte, ging zu ihr, sprach mit ihr, erhielt aber keine Antwort und meist auch keinerlei Reaktion. Wir wissen nicht, was dabei in ihr vorgegangen ist und wieviel sie wahrgenommen hat.

 

Am 27. Dezember gegen 23 Uhr vollendete Schwester Maria Justiniane ihr irdisches Leben; sie kann nun ganz bei Christus sein, dem sie schon in ihrem Leben so viel Raum gegeben hat.

SCHWESTER MARIA BERNHARDINE

Antonia Musholt

 

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

Datum und Ort der Geburt:               11. März         1928   Estern/Gescher

Datum und Ort der Profess:               01. September  1953  Coesfeld

Datum und Ort des Todes:                 22. Dezember   2021  Coesfeld, Kloster Annenthal

Datum und Ort der Beerdigung:        29. Dezember  2021  Coesfeld, Schwesternfriedhof

„Du führst mich den Weg zum Leben, vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle,zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.“ (aus Ps 42)

Sr. M. Bernhardine, Antonia Musholt, wurde am 11.03.1928 als drittes Kind des Landwirtes Bernhard Musholt und seiner Ehefrau Katharina, geb. Resing, in Estern/Gescher geboren. Mit ihren 14 Geschwistern wuchs sie in einem tiefgläubigen Elternhaus auf.

Von 1934-1942 besuchte Antonia die Volksschule in Gescher. Bis zu ihrem 20. Lebensjahr blieb sie im Elternhaus, um die Familie, insbesondere die Mutter, tatkräftig im Haushalt zu unterstützen. Den Geschwistern war sie liebevoll zugewandt.

Danach war Antonia für ein Jahr Lehrköchin bei den Schwestern Unserer Lieben Frau in Vechta. Sie erwarb gute Kenntnisse in Küche und Hauspflege. In dem Zeugnis wurden ihr Fleiß und ihre Pflichttreue besonders hervorgehoben.

1951 bat Antonia um Aufnahme in die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau in Ahlen. Nach der Ordensausbildung war Sr. M. Bernhardine in unterschiedlichen Aufgaben und Leitungsämtern unserer Gemeinschaft tätig.

Besonderes Geschick zeigte Sr. M. Bernhardine für kreative und handwerkliche Tätigkeiten. Mit gutem Erfolg schloss sie 1960 die Ausbildung zur Damenschneiderin mit der Gesellenprüfung ab. 1962 erfolgte der Abschluss der Meisterprüfung im Damenschneiderhandwerk vor der Handwerkskammer Bielefeld.

Von 1962-1970 leitete sie in der Liebfrauenburg Coesfeld die Nähschule für Frauen und erteilte Handarbeitsunterricht in der Liebfrauenschule. Gleichzeitig war sie Aspirantinnenmeisterin. Mit Geschick, pädagogischem Einfühlungsvermögen und persönlicher Zugewandtheit vertiefte sie bei vielen jungen Mädchen ihr Interesse am Glauben und am Ordensleben. Auch hier war Sr. M. Bernhardine eine prägende Persönlichkeit.

Der Schwerpunkt des beruflichen und apostolischen Wirkens von Sr. M. Bernhardine war von 1976 - 2011 in Vreden, der Pfarrgemeinde St. Georg. Sie leitete ungezählte Nähkurse für Frauen und Kinder. Sie war nicht nur eine gute „Meisterin“, sondern auch bei persönlichen Fragen und Problemen eine hilfreiche Ansprechpartnerin. Da fand „Seelsorge“ statt. Welch hohes Ansehen Sr. M. Bernhardine genoss, wurde deutlich an den vielen Kontakten, die sie bis zu ihrem Tode hatte.

Viele Jahre erfreute und begeisterte Sr. M. Bernhardine durch ihren wunderbaren Blumenschmuck in der Kirche, besonders an den hohen Festtagen. Einzigartig ist die Weihnachtskrippe. Die neuen Figuren, die vor einigen Jahren angeschafft wurden, erhielten mit Unterstützung von einigen Frauen zum Teil neue Gewänder. Sie laden auch jetzt noch zur Erbauung und Andacht ein.

Neben ihrem Beruf und dem Sich-Einbringen in der Gemeinschaft lag Sr. M. Bernhardine die große Familie besonders am Herzen. Sie pflegte rege Kontakte und war ansprechbar für die unterschiedlichen Probleme und Lebenssituationen.

Diese intensive Verbindung wurde besonders deutlich in den letzten schweren Monaten ihres Lebens. Schwester bekam viel Besuch und wurde - als Blumenliebhaberin – reich beschenkt. Diese Fülle war für alle, die Sr. M. Bernhardine pflegten oder besuchten, eine große Freude.

Der Familie gebührt aufrichtiger Dank für die kontinuierliche Begleitung. Auch den Mitarbeiterinnen der Pflegestation und den Mitschwestern, die sie liebevoll, ausdauernd, kompetent und behutsam in ihrer letzten Lebensphase begleiteten. Für Sr. M. Bernhardine hat sich nun in dieser weihnachtlichen Zeit das Wort des Psalmisten erfüllt: „Du führst mich den Weg zum Leben; vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle; zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.“

 

Schwester Maria Williburg

    

Adele Terbrack

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

Datum und Ort der Geburt:               12. September 1938   Zwillbrock b. Vreden

Datum und Ort der Profess:               18. August       1963   Coesfeld

Datum und Ort des Todes:                 11. Dezember  2021   Coesfeld, Krankenhaus

Datum und Ort der Beerdigung:        16. Dezember 2021   Coesfeld, Schwesternfriedhof

 

„Der Herr ist nahe“  Phil 4, 5

 

Dieses Zitat aus der Tageslesung zum 3. Adventssonntag wurde für Schwester Maria Williburg am Abend zuvor zur konkreten Wirklichkeit, denn der sich nahende Herr holte sie ganz zu sich.

 

Adelheid Terbrack, mit dem Rufnamen Adele, wurde am 12. 09. 1938 in Zwillbrock bei Vreden geboren. Ihre Eltern, Hermann und Anna Terbrack, betrieben dort eine kleine Landwirtschaft, und ihr Vater arbeitete als Straßenwärter. Adele wuchs mit sieben Geschwistern auf. Drei weitere verstarben im Kindesalter.

 

Nach dem Besuch der Volksschule ging Adele zuerst ihrer Mutter im Haushalt zur Hand. Danach arbeitete sie ein Jahr in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Nachbardorf und anschließend zwei Jahre in einem Hotel. In beiden Betrieben erwarb sie grundlegende hauswirtschaftliche Kenntnisse.

 

Im Oktober 1960 begann Adele ihre Ordensausbildung bei den Schwestern Unserer Lieben Frau in Coesfeld, die ihr aus Vreden bekannt waren, und schloss als Schwester Maria Williburg 1963 das Noviziat ab.

 

Anschließend vertiefte Schwester Maria Williburg ihre hauswirtschaftlichen Kenntnisse in verschiedenen Häusern der Ordensgemeinschaft und absolvierte eine Fachschule für Wirtschafterinnen in Paderborn. Nach einem weiteren Lehrgang erwarb sie die Ausbilderqualifikation für den hauswirtschaftlichen Bereich.

So ausgebildet übernahm Schwester Maria Williburg die Leitung in verschiedenen Konventen: so im Pius-Kolleg Coesfeld, im Kloster Annenthal und im Liebfrauenstift in Gelsenkirchen, einem Seniorenheim. In Gelsenkirchen übernahm sie gleichzeitig die Versorgung des Speisesaals für die Bewohnerinnen. Hier wuchs ihre Freude am Dasein für alte und hilfsbedürftige Menschen, denen ihr ganzer Einsatz, vor allem ihre

selbstverständliche und liebevolle Zuwendung galt.

Berufsbegleitend absolvierte Schwester Maria Williburg eine dreijährige Weiterbildung zur Heimleiterin in Einrichtungen der stationären Altenhilfe, die sie 1996 erfolgreich abschloss.

 

1998 kam Schwester Maria Williburg zum Kloster Annenthal zur Betreuung alter und kranker Mitschwestern und nahm gleichzeitig die Aufgaben der Heimleiterin wahr. Mit großer Umsicht und Selbstverständlichkeit war sie für ihre Mitschwestern da. Zu jeder Zeit einsatzbereit, ruhig, liebevoll und vor allem verschwiegen war sie allen zugewandt. Dankbar darüber, die Heimleitung an eine jüngere Mitarbeiterin abzutreten, blieb sie bis zu ihrer Erkrankung weiterhin eine zuverlässige, von allen Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen geschätzte Ansprechpartnerin, der keine Arbeit zu viel wurde.

 

Neben ihren Mitschwestern behielt sie auch ihre Geschwister und deren Familien im Blick. Sie nahm Teil an ihren Freuden, besonders aber auch an ihren Sorgen, die sie still im Gebet zu Gott trug.

 

Seit einiger Zeit nahmen Mitschwestern wahr, dass es Schwester Maria Williburg nicht gut ging, aber eine Klage hörte man nicht von ihr. Sie ließ sich zum Arzt fahren, der sie sofort ins Krankenhaus einwies. Eine Operation brachte Hilfe und ließ auf eine baldige Genesung hoffen, doch eine schwere Lungenentzündung setzte ihrem Leben ein Ende. Tief betroffen, aber voller Dankbarkeit gedachten wir ihrer am Morgen des Gaudetesonntags im Gottesdienst. Hier wurde uns deutlich, wie aktuell der Text aus der Lesung:

Der Herr ist nahe! für uns alle geworden ist.

Möge Schwester Maria Williburg nun die Nähe des Herrn für immer erfahren.

 

SCHWESTER MARIA WENDELINA

Ida Schemming

 

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

Datum und Ort der Geburt:               21. Mai           1936   Vreden

Datum und Ort der Profess:               27. Februar      1957   Coesfeld

Datum und Ort des Todes:                 27. November  2021  Coesfeld, Kloster Annenthal

Datum und Ort der Beerdigung:        01. Dezember 2021   Coesfeld, Schwesternfriedhof

 

„Ich suche Dein Angesicht“ Ps 27,8

 

Schwester Maria Wendelina, Ida Schemming, wurde am 21.05.1936 als drittes von sieben Kindern in Vreden geboren. Von 1942-1950 besuchte sie die Schule in Vreden. Danach blieb sie im elterlichen Haus, um die Mutter bei der Arbeit zu unterstützen. 1952 war sie Haushaltshilfe auf einem Bauernhof. Im Anschluss daran arbeitete sie 1953 in dem Kinderheim „Haus Meeresstern“ unserer Schwestern auf der Insel Wangerooge.

 

1954 bat Ida um Aufnahme in unsere Kongregation in Coesfeld. Nach Beendigung der Ordensausbildung war Sr. M. Wendelina in verschiedenen Häusern unserer Gemeinschaft tätig in Bocholt, Marl, Allagen. Sie arbeitete dort mit großem Engagement in verschiedenen Kindergärten der Pfarrgemeinden.

Um die ihr anvertrauten Kinder umfassend fördern zu können, erwarb sie neben ihrer Ausbildung als Kindergärtnerin und Hortnerin das Maria Montessori-Diplom, nahm an Kursen für die Haltungserziehung bei Kleinkindern teil sowie an einer Weiterbildung für die musikalische Früherziehung.

Sr. M. Wendelina war eine gleichermaßen von den Erzieherinnen, Eltern und Kindern geschätzte Leiterin. An ihrem Erziehungsstil, dem freundlichen, zugewandten Verhalten, dem Eingehen auf die Bedürfnisse der Kinder wurde deutlich, dass die Kinder wirklich im Mittelpunkt ihres Handelns standen. Gerne erzählte sie später, nach dem endgültigen Abschied aus der Kindergartenarbeit 1989, von vielen schönen Erlebnissen.

 

Nach Aufgaben im Kloster Annenthal und unserem Haus in Ahlen/Westf. erfolgte 2001 die Versetzung in das Gästehaus Ludgerirast der Benediktiner der Abtei Gerleve, Billerbeck. Dort wirkte sie durch ihre freundliche, zurückhaltende Art segensreich in der Gästebetreuung. Sie hat „Spuren“ hinterlassen.

 

2009 kehrte Sr. M. Wendelina zum Annenthal zurück und unterstützte einige Jahre eine Mitschwester bei der Sorge im Speisesaal. Ruhig und umsichtig verrichtete sie ihre Dienste.

 

Im Laufe der letzten Monate zeigten sich bei Sr. M. Wendelina gravierende gesundheitliche Veränderungen, die eine stärkere Unterstützung erforderlich machten. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt kam sie auf unsere Pflegestation. Dort erhielt sie die bestmögliche Hilfe und Unterstützung. Sr. M. Wendelina war allen Mitarbeiterinnen sehr dankbar und brachte das wiederholt zum Ausdruck. Sie fühlte sich aufgehoben und geborgen. Sie war im Einklang mit sich, mit der Gemeinschaft und mit Gott und konnte in Gelassenheit und Vertrauen ihr Leben in die Hände Gottes zurückgeben. So hat sich für sie schon jetzt die adventliche Erwartung auf das Kommen des Erlösers erfüllt.

Schwester Maria Irmtraud

  

Theresia Ideler

 

 

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

Datum und Ort der Geburt:               10. August      1931   Bonrechtern b. Visbek, Kreis Vechta

Datum und Ort der Profess:               25. März          1954   Coesfeld

Datum und Ort des Todes:                 09. September  2021  Krankenhaus Nottuln

Datum und Ort der Beerdigung:        15. September  2021  Coesfeld, Schwesternfriedhof

 

 

 

„Was er euch sagt, das tut!“ (Joh. 2,5)

„Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh. 15,9)

 

 

Diese Worte haben sie geprägt. Wenn man die verschiedenen Einsatzgebiete betrachtet, dann wird sichtbar, wie sehr sie sich in SEINEM und im Auftrag des Ordens zur Verfügung gestellt hat.

Sr. M. Irmtraud, geborene Theresia Ideler, wuchs zusammen mit ihren 6 Geschwistern in einer religiösen Familie auf. Zunächst besuchte sie die Oberschule in Vechta bis zur 11. Klasse. Dort wurde ihr vom Religionslehrer bestätigt, dass sie immer mit großem Interesse am Religionsunterricht teilgenommen und sehr gute Leistungen gezeigt habe.1951 trat sie in unsere Ordensgemeinschaft ein und zwar in Ahlen, wo zu der Zeit das Noviziat war.

Dort machte sie 1952 auch die „Missio Canonica“. Im Orden erhielt sie die Möglichkeit, weitere Ausbildungen zu absolvieren und zwar für das Lehramt in Grund- und Hauptschule. 1974 bekam sie die Lehrbefähigung für Religionsunterricht in Sonder-, Grund-, Ober- und Realschule. Schwester Irmtraud hat immer gerne mit jungen Menschen gearbeitet und es war ihr eine Freude, den Glauben zu verkünden.

In den ersten Jahren im Kloster hat sie im Internat in Vechta ausgeholfen und später selbst in Vechta und Ahlen Gruppen übernommen. Nach dem Besuch der pädagogischen Hochschule machte sie ihr Referendarjahr in Berlin an unserer Liebfrauenschule und blieb dort noch 5 weitere Jahre. Danach wechselte sie in die Schule nach Ahlen. Nach der Pensionierung arbeitete sie noch in 5 weiteren Häusern. 2019 kam sie zum Kloster Annenthal in den verdienten Ruhestand. Auch hier war sie weiterhin sehr interessiert an Nachrichten aus Kirche, Kongregation und Weltpolitik. Zunächst hat sie sich sehr intensiv für unsere älteste Mitschwester eingesetzt, deren Augenlicht immer schlechter wurde. Sie las ihr jeden Tag die neuesten Nachrichten vor und begleitete sie, wo immer sie es konnte. Nach deren Tod kamen für Sr. M. Irmtraud selbst große Herausforderungen. Sie verlor immer mehr ihr Gehör und das Augenlicht und bekam weitere Krankheiten. Ihr Interesse für unseren Orden und das Weltgeschehen blieben bestehen. Oft stand sie dicht vor den Informationstafeln, um Neues zu erfahren. Einige Male in der Woche wurde ihr vorgelesen. Wenn man sie fragte, was sie hören wollte, dann gab es meistens folgende Rangordnung: Briefe von Zuhause, Kongregation, Kirche und dann Politik und bes. Nachrichten aus dem Oldenburger Land. Groß war immer ihre Freude, wenn sie etwas von ihrem Bruder Albert hörte, zumal sie ihn ja selbst einmal einige Wochen in Amerika besuchen durfte. Schwester M. Irmtraud nahm bis zuletzt regen Anteil an allen Vorkommnissen in der Familie, bei Bekannten und Verwandten. Große Sorge machte sie sich bis zuletzt um eine frühere Schülerin, die in Berlin ihr Zuhause, aber keine Angehörigen hat.

Wie gerne hätte Schwester M. Irmtraud ihren 90. Geburtstag im Kloster Annenthal gefeiert. Doch sie lag im Krankenhaus und somit sollte die Feier zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden. Wie auch immer, es ist ihr gelungen, dass sie doch – für einen Tag – entlassen wurde.

Aber am Abend ihres Festtages musste sie wieder ins Krankenhaus, weil es ihr nicht gut ging.

Unsere Gratulationen konnte sie entgegennehmen, doch die verschobene Feier konnte nicht mehr stattfinden. Ein besonderer Dank gilt allen Mitschwestern und Mitarbeiterinnen, die sich während ihrer schweren Erkrankung um sie sorgten; was möglich war, wurde für sie getan.

Jetzt ist Sr. M. Irmtraud bei dem, den sie geliebt hat. Möge sie in Seiner Liebe geborgen sein und die ewige Freude erleben.

Schwester Maria Gunhild

Paula Pinnekämper

 

Maria Regina Provinz, Coesfeld, Deutschland

 

Datum und Ort der Geburt:         20. Juni     1924        Vinnum / Olfen

Datum und Ort der Profess:        15. August 1951       Mülhausen

Datum und Ort des Todes:          19. August 2021       Mülhausen, Haus Salus

Datum und Ort der Beerdigung:   25. August 2021       Mülhausen, Schwesternfriedhof

 

„Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig.“

aus dem Evangelium am Sterbetag

 

In den frühen Morgenstunden fand ein langes, erfülltes Leben seine Vollendung in Gott.
Schwester M. Gunhild war bereit, der Einladung „des himmlischen Königs“ zu folgen im Gegensatz zu den Geladenen im Tagesevangelium (Mt 22,1-14). Sie äußerte schon vor einigen Wochen: „Jeder Tag ist richtig zum Sterben.“

Schwester wuchs im Kreis von vier Geschwistern – sie war die Älteste – in einer echt bodenständigen Münsterländer Bauernfamilie auf. Sie erzählte gern und viel aus ihrer Kinder- und Jugendzeit, in der „unsere Oma“ eine wichtige Rolle spielte. In der Familie war der praktische Glaube eine Selbstverständlichkeit, sowie auch das Sich-einbringen und Zupacken im elterlichen Haus, in der Landwirtschaft und beim Versorgen der Tiere.
Dieses umsichtige und selbstverständliche „Anpacken“ von Aufgaben praktizierte Schwester M. Gunhild auch in ihrem langen Ordensleben, nachdem sie im August 1949 ihr Noviziat in Mülhausen begonnen hatte.

Schwester war in verschiedenen Häusern unserer Kongregation tätig und setzte sich in allen ihr übertragenen Aufgaben voll ein.
Als sie 2005 nach Mülhausen in unser Haus Salus übersiedelte, war sie darauf bedacht, am Gemeinschaftsleben und an angebotenen Freizeitgestaltungen teilzunehmen, nahm sich aber auch die Freiheit, sich in Ruhe zurückzuziehen, wenn es ihr gut tat.
Durch zunehmende gesundheitliche Beschwerden und Schwäche war es ihr in den letzten Wochen nicht mehr möglich, das Bett zu verlassen.
Mit großer Gelassenheit und Zuversicht war sie bereit, der Einladung des himmlischen Königs zum Gastmahl zu folgen.


Im Glauben wissen wir Schwester M. Gunhild nun mit ihren Lieben vereint und in Gott geborgen. Wir behalten sie als frohe und zufriedene Mitschwester in Erinnerung.

 

SCHWESTER MARIA MEDIATRIX

Agnes Holtkemper

 

 

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

Datum und Ort der Geburt:             03. Februar 1931          Rheine-Altenrheine

Datum und Ort der Profess:            30. August  1955        Coesfeld

Datum und Ort des Todes:             20. Juli        2021    Coesfeld, Kloster Annenthal

Datum und Ort der Beerdigung:     27. Juli        2021     Coesfeld, Schwesternfriedhof

Mein Lebensspruch: „Eines nur erbat ich mir vom Herrn; danach verlangt mich: Im Hause des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens – die Freundlichkeit des Herrn zu schauen.“  Ps. 27,4 - 6

 Dieser Psalmvers ist für Sr. M. Mediatrix am 20. Juli in Erfüllung gegangen. Zeitlebens war es ihr ein Anliegen, die Freundlichkeit und Liebe Gottes zu verkünden, besonders bei den Kindern und deren Eltern

Sr. M. Mediatrix, Agnes Holtkemper, geboren am 03.02.1931 in Rheine-Altenrheine, wuchs zusammen mit ihren 8 Geschwistern in einer religiösen Familie auf. In ihrer Heimatgemeinde wurde sie durch aktive Mitarbeit in Jugendgruppen, beim Lektorendienst und bei Caritasaufgaben stark geprägt. So lag es für sie nahe, dass sie 1955 in den Orden der Schwestern Unserer Lieben Frau eintrat, um sich tatkräftig in Erziehung und Bildung einzusetzen. Sie selbst schrieb: „Angesichts der Herausforderungen unserer Zeit und Gesellschaft, der Lebensnöte vieler Menschen, insbesondere der religiösen Verflachung und Unwissenheit sind wir m.E. heute, wie damals zur Gründerzeit, gerufen, die Frohbotschaft des Evangeliums zu leben und uns mit ganzem Herzen für die Weitergabe des Glaubens einzusetzen“.Gestärkt durch ihr Lebensmotto setzte sie sich zunächst im Internat ein, dann in den Kindergärten, u.a. in Gescher und Gescher-Hochmoor. Bei all dieser Tätigkeit vergaß sie nicht die Eltern mit einzubeziehen und gemeindeorientiert zu arbeiten. Die Aufgabe in der Gemeindekatechese wurde darin gesehen, an erster Stelle den Eltern Hilfe anzubieten, ihren Glauben an die Kinder weiterzugeben. Schwesters ehrenamtliche Aufgaben in den Pfarrgemeinden standen immer in Wechselbeziehung zu ihrer religionspädagogischen Arbeit im Kindergarten. So entwickelte sich daraus eine weitere Ausbildung zum hauptberuflichen pastoralen Dienst. 1983 erhielt sie durch den Bischof der Diözese die feierliche kirchliche Beauftragung und Sendung für die Pfarreien in Südlohn mit der Berufsbezeichnung „Pastoralreferentin“.

Ihr kam die langjährige Berufserfahrung als Erzieherin und auch die ehrenamtliche Mitarbeit in den Pfarreien zugute. Sie lebte mit den Kindern und fand so leicht Zugang zu den Familien. Es blieb ihr erstes Ziel, den Kindern Freude am Glauben zu vermitteln und damit den Glauben in den Familien zu stärken. Dafür war ihr keine Arbeit und kein Einsatz zu viel. Es war ihr wichtig, mit den Familien den Glauben zu leben.

 

 

 Das Bewusstsein, im erzieherischen und pastoralen Dienst in den Spuren unserer Gründerinnen zu gehen, war für sie eine Quelle der Freude und Kraft in den vielfältigen Aufgaben. Obgleich ihr Einsatz umfangreich war, war es ihr wichtig, soviel sie konnte, am gemeinschaftlichen Leben der Schwestern teilzunehmen. Für sie war das gemeinsame Gespräch hilfreich, weil dabei Austausch gepflegt und Freude und Sorgen mitein-ander geteilt werden konnten. Nicht zu vergessen ist, dass sie mit ihrem Akkordeon oft zur Freude anderer beitrug.  Bis zum hohen Alter von 90 Jahren reagierte sie immer noch froh und zufrieden – besonders wenn man von den Kindern sprach. Gerne erinnerte sie sich durch ihre Fotos an früher. Im Frühjahr dieses Jahres konnte sie ihr Eisernes Ordensjubiläum nachfeiern, was im letzten Jahr wegen der Pandemie nicht möglich war.

Sr. M. Mediatrix hat jetzt ihr Ziel erreicht und darf - ihrem Lebensmotto entsprechend - ihre Wohnung beim Herrn beziehen und unentwegt Seine Herrlichkeit schauen.

Schwester Maria Bernhild

 

 

Schwester Maria Bernhild         

Theresia Schüttert (genannt Bronnert)

 

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

Datum und Ort der Geburt:   18. März   1932   Tungerloh-Pröbsting, Kr. Coesfeld

Datum und Ort der Profess:  25. März   1958   Coesfeld

Datum und Ort des Todes:              09. Juli      2021          Mülhausen, Haus Salus

Datum und Ort der Beerdigung:   16. Juli      2021    Mülhausen, Schwesternfriedhof

 

„Danket dem Herrn, denn er ist gütig.“

 

„Unter dieses Wort aus dem Psalm 107 hat Sr. M. Bernhild die Feier ihres goldenen Ordens-jubiläums im Jahre 2008 gestellt. Der Blick auf ihr Leben zeigt, wie sehr diese Wahl gerechtfertigt war, denn es war ein Leben im Gehorsam auf den Ruf Gottes und von seiner Liebe getragen, und es vollzog sich im schützenden Rahmen einer Ordensgemeinschaft, es erfuhr Erfüllung in der Hingabe an das Wohl des Nächsten.“ So war es in der Gescheraner Zeitung vom 5. April 2008 zu lesen. Die Mitschwestern und alle, denen Sr. M. Bernhild auf dem Lebensweg begegnet ist, werden das bestätigen.

An ihrem Sterbetag hieß es in der Tageslesung aus dem Alten Testament: „Jetzt will ich gern

sterben…“, sagte Jakob. Auch Sr. M. Bernhild äußerte wiederholt in den letzten Lebenstagen, dass sie bereit sei, dass „Jesus sie holen solle.“

Theresia, genannt Thea, war das 8. von 11 Kindern der Eheleute Bronnert. Mit ihren Geschwistern erfuhr sie Zuwendung und Geborgenheit in ihrem Elternhaus, in dem der christliche Glaube den Alltag prägte.

Nach ihrer Schulzeit half Thea auf dem elterlichen Hof. Beim Besuch der Landfrauenschule in Vechta-Marienhain kam sie mit den Schwestern Unserer Lieben Frau näher in Kontakt. Sie folgte ihrer älteren Schwester Ida (Sr. M. Tarcisia) und trat 1955 in Coesfeld in der Liebfrauenburg in

unsere Gemeinschaft ein.

Nach ihrer Profess wurde ihr in verschiedenen Häusern der deutschen Provinzen die Leitung in der Küche übertragen. Die längste Zeit - 26 Jahre - leitete sie die Küche im Liebfrauenhaus, (später Haus Venusberg) in Bonn. Wie Sr. M. Bernhild rückblickend selbst sagte, hatte sie große

Freude daran, für das leibliche Wohl der Menschen zu sorgen, und war darauf bedacht, sie immer wieder „mit kulinarischen Genüssen“ zu überraschen.

Seit 2014 lebte Sr. M. Bernhild in Haus Salus in Grefrath-Mülhausen. Ihre Wünsche für die letzte Lebensphase hat sie so formuliert: „Ich möchte hier mit großem inneren Frieden meinen Lebensabend verbringen und Gott meine ganze Liebe schenken. Ich möchte die Beschwerden des Alters gläubig tragen und aufopfern für die großen Anliegen in Kirche und Welt.“ Im Zusammenleben mit Sr. M. Bernhild haben wir erfahren, dass sie diese „Lebenswünsche“ in ihrem Alltag realisierte. Mit Freude nahm sie am Gemeinschaftsleben teil und beteiligte sich gern an Freizeitangeboten des sozialen Dienstes. Persönliche Gedenktage gestaltete und feierte sie in einem kleinen Kreis.

Bis zuletzt blieb sie ihrer Familie und ihren Freunden tief verbunden, und diese konnten mit ihrem fürbittenden Gebet und ihrem Interesse rechnen.

Als die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten der Folgen des erlittenen Schlaganfalls erschöpft waren, war es uns ein Anliegen, Sr. M. Bernhild zu uns nach Hause zu holen. Das kam ihrer eigenen dringenden Bitte entgegen, sie reagierte darauf mit Freude und Dankbarkeit.

Ihr wiederholtes bewusstes „Ja“ sagen wurde am Abend des 9. Juli von Gott angenommen. So wie sie ihrer älteren Schwester Ida in unsere Gemeinschaft gefolgt ist, so ist Sr. M. Bernhild ihr nun auch in die ewige Heimat gefolgt. Im Glauben wissen wir Schwester mit allen aus ihrer Familie Heimgegangenen in Gott aufgehoben und geborgen.  

Schwester Maria Hildegardis

 Mechtild Ingensiep

Maria Regina Provinz, Coesfeld/Deutschland

 

Datum und Ort der Geburt:

26.10.1928

Kempen / Nrh.

Datum und Ort der Profess:

09.04.1953

Mülhausen

Datum und Ort des Todes:

02.06.2021

Mülhausen, Haus Salus

Datum und Ort der Beerdigung:

11.06.2021

Mülhausen, Schwesternfriedhof

 

„Herr, unser Herr, wie bist du zugegen und wie unsagbar nah bei uns.“

 

Aus dieser Glaubensgewissheit schöpfte Schwester Maria Hildegardis immer wieder ihre Kraft.

Mechtild verlebte ihre Kindheit zusammen mit ihren drei Geschwistern im nahen Grefrath, wo ihr Vater Rektor der Volksschule war. Zeitlebens blieb sie ihrer Familie verbunden, und es war ihr ein großes Bedürfnis, die Anliegen ihrer Familie mit ins Gebet zu nehmen.
Bei der Wiedereröffnung unserer Liebfrauenschule in Mülhausen nach Kriegsende gehörte sie ab Oktober 1945 zu den ersten Schülerinnen und legte dort 1949 die Reifeprüfung ab.
Bereits 1950 trat sie in unsere Kongregation in Mülhausen ein. Nach ihrer ersten Profess wurde sie als Erzieherin in den Internaten in Mülhausen und Ratingen eingesetzt. Schwester brachte sich sowohl hier als auch später als Lehrerin in der Volksschule in Rheinbach ganz ein. Ihre ihr lieb gewordene Tätigkeit in der Volksschule gab sie auf, um in unserem Mädchengymnasium St. Joseph (Rheinbach), wo Lehrermangel herrschte, zu unterrichten.
Krankheitsbedingt wurde Sr. M. Hildegardis 1976 für einen längeren Zeitraum nach Bad Peters-tal beurlaubt, wo sie im Konvent der Vinzentinerinnen von Freiburg

 

lebte. Über diese für sie wohl wichtige Zeit schreibt sie selbst: “Die Schule und ihre jungen Menschen, denen bislang meine Liebe gehörte, rückten immer weiter von mir ab. – In der Begegnung mit dem kranken Menschen und seiner Not erwachten in mir neue Kräfte und eine so feste Zuversicht und Freu­de, die mir das stille Wissen schenkten, dass hier, in einer solchen Aufgabe, meine Zukunft lie­gen würde.“ Etwas später schreibt sie: „Die in Bad Peterstal gemachten Erfahrungen gaben mir im Frühjahr 1978 den Mut, mich auf den Weg einzulassen, den meine Ordensobern mich gehen hießen. Ich kehrte in meine Provinz zurück und begann am 1. Mai 1978 (…) meine Arbeit in der Krankenseelsorge in den Universitätskliniken in Bonn-Venusberg.“ Auch diese ihr sehr lieb ge­wordene Tätigkeit musste sie – wieder krankheitsbedingt – aufgeben und kam 1995, nach kur­zen Zwischenstationen in Kempen und Ratingen, nach Haus Salus, wo sie während der ersten Jahre ihre Mitschwestern noch seelsorglich begleiten konnte.
Aus organisatorischen Gegebenheiten feierten wir die Liturgie von Fronleichnam bereits am Vortag. In seiner Homilie verband Pfarrer Quadflieg das Festgeheimnis mit den Strophen des Liedes Nr. 414 aus dem Gotteslob. Hier heißt die erste Strophe: „Herr, unser Herr, wie bist du zugegen / und wie unsagbar nah bei uns. / Allzeit bist du um uns in Sorge, / in deiner Güte birgst du uns.“

Nach der hl. Messe hat Pfarrer Quadflieg Sr. M. Hildegardis die Krankensalbung gespendet. Ih­re Nichte, die über die Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes informiert worden war, kam umgehend und war dankbar, dass sie bis zum Heimgang ihrer Tante bei ihr sein konnte.

Aus der Gewissheit der Sorge Gottes heraus hat Sr. M. Hildegardis des Öfteren ihre Bereit­schaft geäußert, sich Gott zu überlassen. Sie war stets dankbar für jeden Besuch und jede Hil­feleistung; sie fühlte sich „in Haus Salus gut aufgehoben“, wie sie immer wieder betonte.

    Im Glauben wissen wir sie nun in Gottes Nähe geborgen und vollendet.

Schwester Maria Theresitha Antonia Maria Theresia Franssen

Maria Regina Provinz Coesfeld (Tegelen)

 

Datum und Ort der Geburt    16. November 1934 Slenaken,       Niederlande         

Datum und Ort der Profess   10. August      1957 Tegelen,        

Niederlande

Datum und Ort des Todes    19. Mai            2021 Tegelen,        

Niederlande

Datum und Ort der Beerdigung  26. Mai       2021 Tegelen,

Niederlande

 

Das höchste Gesetz, das unser Leben

in der Nachfolge Christi bestimmen sollte,

ist das der Liebe.       Konst. 98

 

Am frühen Morgen des 19. Mai ist Schwester Maria Theresitha, nach einem fruchtbaren Leben voller Liebe und Freundschaft, von uns gegangen.

Niemand verstand die obigen Worte aus den Konstitutionen besser als sie.

In den vielen Jahren ihres klösterlichen Lebens nahm sie mehr und mehr das Angebot ihres Herrn und Schöpfers an: nur für Ihn und für ihre Mitmenschen zu leben.

Sie verstand es, sich um alle Menschen zu kümmern, die ihren Weg kreuzten.

 

Sie war das jüngste Kind in der Familie von Peter Jozef Franssen und Maria Francisca Mohr, die aus 10 Kindern, fünf Jungen und fünf Mädchen, bestand.

Sie wurde in Slenaken geboren, wo ihre Eltern einen Bauernhof hatten.

Bald zog sie nach Wijlre um, wo sie die Grundschule besuchte.

Im Alter von 12 Jahren ging sie als Interne zu den Schwestern Unserer Lieben Frau in Heerlen und erwarb 1950 ihr Diplom an der Hauptschule.

Nach ihrem Diplom ging sie als Aspirantin nach Tegelen und wurde von hier an die Pädagogische Akademie geschickt, wo sie 1954 ihr Diplom als Lehrerin erwarb. Im nächsten Jahr bestand sie das Staatsexamen für das Lehramt an der Grundschule und später erhielt sie auch die Lehrberechtigung für Französisch an der Grundschule.

Als Lehrerin arbeitete sie an Grundschulen in Helmond, Tegelen, Hoensbroek und Velp. Später arbeitete sie als Lehrerin an der Gesamtschule St. Jan in Hoensbroek und an der Realschule der Leo-Stiftung in Borculo.

Nach ihrer Pensionierung wurde sie zur Hausoberin in Maria Auxiliatrix und 1983 in Weert ernannt.

In Weert leistete sie viel Gemeindearbeit und außerschulische Katechese.

Nach der Schließung des Hauses in Weert kam sie nach Tegelen, wo sie ihren Lebensabend verbrachte.

Schwester Maria Theresitha war sehr ernst und pflichtbewusst, aber andererseits konnte sie auch sehr humorvoll sein. Durch ihr Auftreten konnte sie einen ganzen Saal unterhalten und zum Lachen bringen.

Jetzt hat sie das Fest der Vollendung erreicht. Der Herr, der Zeuge aller ihrer Werke gewesen ist, möge nun ihr reichlicher Lohn sein.

 

Maria Regina Provinz Coesfeld (Tegelen)

                                          R.I.P

SCHWESTER MARIA EMMERENZA Agnes Niemann

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

Datum und Ort der Geburt:              24. Januar 1923 Ambergen, Kr. Vechta

Datum und Ort der Profess:             25. März   1954   Coesfeld

Datum und Ort des Todes:              30. April   2021   Coesfeld, Kloster Annenthal

Datum und Ort der Beerdigung:      05. Mai     2021   Coesfeld, Schwesternfriedhof  

„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ (Joh 14, 2)

 

Im Vertrauen auf diese Zusage aus dem Tagesevangelium ihres Sterbetages konnte

Sr. M. Emmerenza ihr Leben ruhig in die Hände des himmlischen Vaters zurückgeben.

Agnes Niemann wurde am 24. Januar 1923 in Ambergen, Goldenstedt, Kreis Vechta geboren.

Sie war die Jüngste von drei Töchtern der Eheleute Heinrich und Maria Niemann, geb. Batke.

Die Familie verlor 1935 ihre Tochter Elli. Agnes besuchte 8 Jahre die zweiklassige Volksschule in Ambergen, die sie 1937 abschloss. Im 2. Weltkrieg ist das Elternhaus durch eine Bombe und Brand zerstört worden. 1948/49 verbrachte Agnes ein Jahr im Kinderheim und Krankenhaus

Meeresstern auf Wangerooge, wo sie Küche und Haushaltsführung gelernt und die Schwestern Unserer Lieben Frau erlebt hat. 1951 trat sie in Ahlen in unsere Kongregation ein. Nach der

Gelübdeablegung 1954 verrichtete sie häusliche Tätigkeiten in Nottuln und Vreden.

Im Liebfrauenhaus in Lohne, einer Mittelschule für Mädchen, hat sie von 1956 – 1962 selbstständig die Küche geführt und täglich für etwa 20 Personen gekocht. Nach Stationen in Wangerooge und Vestrup machte sie 1970 in Paderborn eine Ausbildung zur staatlich geprüften Wirtschafterin. 1971/72 übernahm Sr. M. Emmerenza wieder die Verantwortung für die Küche in Lohne; sie

sorgte auch für die alten und kranken Schwestern. In den Klassen 9 und 10 unterrichtete sie

stundenweise Hauswirtschaft. Die damalige Oberin bescheinigte ihr: „In der Schulküche schaffte sie eine frohe Arbeitsatmosphäre und erteilte den theoretischen und praktischen Unterricht zur

vollen Zufriedenheit der Schülerinnen.“

In den anschließenden Jahren in Vestrup gab Sr. M. Emmerenza auch Kochkurse. 10 Jahre bis 1986 war Sr. M. Emmerenza in Meppen in der Küche und 12 Jahre versorgte sie in Damme das Refektorium. 1998 kam sie zum Liebfrauenhaus in Vechta, wo sie im Haus für die Blumenpflege

zuständig war. 2008 kam sie für den Ruhestand nach Salus in Vechta-Marienhain, wo sie bis zur Auflösung unserer Pflegestation 2017 blieb. Im September gehörte sie zu der ersten Gruppe von 6 Schwestern, die zum Kloster Annenthal kamen, um dort in Alter und Krankheit versorgt zu werden. Sr. M. Emmerenza hat sich gut eingelebt. Sie genoss das Kaffeetrinken in der Cafeteria in der Gemeinschaft der Schwestern; meist fand sie mehrmals am Tag den Weg dorthin. Schwester ging still und zufrieden ihren Weg; sie freute sich, wenn sie im heimatlichen Dialekt angesprochen

wurde. Bis zum Schluss war sie erstaunt, dass alle Schwestern im Haus ihren Namen kannten.

Wir glauben zuversichtlich, dass sie den Weg zur ewigen Heimat gefunden und im Haus des

Vaters Wohnung genommen hat.

                                                 R.I.P.

SCHWESTER MARIA REGISLIND (Regina Hauwe)

Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland

 

Datum und Ort der Geburt:                 11. Februar 1935   Gelsenkirchen-Buer

Datum und Ort der Profess:                31. August 1957    Coesfeld

Datum und Ort des Todes:                  03. April 2021                 Coesfeld, Kloster Annenthal

Unsere Mitschwester Maria Regislind, Regina Hauwe, starb am Karsamstag im Alter von 86 Jahren.

Sie wuchs mit einer älteren Schwester und einem jüngeren Bruder in einer Schneidermeisterfamilie in Gelsenkirchen-Buer auf.

Die folgenden Bemerkungen beruhen auf persönlichen Erfahrungen mit Sr. M. Regislind.

Einige Mitschwestern unserer Gemeinschaft mögen ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

 

Sr. M. Regislind hat wenig von ihrer Kindheit und Jugendzeit gesprochen, vielleicht weil diese in die Kriegs-und Nachkriegszeit fallen und auch für sie, wie für andere Menschen ihrer Generation, unaussprechlich gewesen sein könnten.

Die ersten Kontakte mit den Schwestern U.L.Frau hatte sie in Gelsenkirchen und Gescher, wo sie unseren Schwestern in Küche, Haushalt und Kindergarten half.

Nach der Ausbildung zur Erzieherin wurde der Einsatz für Kinder zu ihrer erfüllenden Lebensaufgabe, wie sie selbst sagte. Sie war eine gute, liebevoll konsequente Erzieherin und Leiterin mehrerer Kindergärten, z.B. in Bocholt, Nottuln-Schapdetten und Ahlen. Sr. M. Regislind hatte jedes Kind im Auge und pflegte gute Beziehungen zu den anderen Erzieherinnen und den Eltern. Sie hatte einen großen Bekanntenkreis, mit dem sie ehrenamtlich soziale Aktionen startete bzw. unterstützte.

 

Die Beziehungen zwischen den Mitschwestern und Sr. M. Regislind waren zeitweise widersprüchlich, manchmal für beide Seiten enttäuschend. Sich unverstanden fühlend, litt sie schweigend und schien manchmal nicht mehr erreichbar. In den letzten Lebensjahren fand Sr. M. Regislind nach und nach ihre Sprache wieder, so dass es mehr und mehr zu entspannten Situationen und erfreulichen Begegnungen kam. Vergleichbar einem versiegten Brunnen, der neu zu fließen begann, versuchte sie ihr Verhalten, ihre Beziehungen, ihr Schweigen, ihre Geheimnisse in Worte, in Sprache zu bringen.

 

Eine schwere, aggressive Krebskrankheit beendete ihr Leben plötzlich und abrupt.

Am Karsamtag, dem Tag des Schweigens, der inneren Leere und Tiefe legte Sr. M. Regislind ihr Leben in die Hand Gottes zurück in dem klaren und glaubenden Bewusstsein, dass ihr Erlöser lebt. Ihr tiefer Glaube im Prozess des Sterbens war beeindruckend. In der Feier der Osternacht konnten wir Schwestern sie in unsere Gedanken und Gebete einschließen.

                                                                        R.I.P

SCHWESTER MIRJAM (Josefa BALKENHOL)

Datum und Ort der Geburt:               20. März 1939             Fürstenberg / Westf.

Datum und Ort der Profess:               20. April 1965             Coesfeld

Datum und Ort des Todes:                 11. Januar 2021          Coesfeld, Kloster Annenthal

 

„Du zeigst mir, Herr, den Pfad zum Leben.“

 

Dieser Vers aus Psalm 16 begleitete Schwester Mirjam viele Jahre. Der vollständige Psalmvers lautet: „Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude. Aus deiner Hand empfange ich unendliches Glück.“ Wir sind zuversichtlich, dass Gott ihr dieses unendliche Glück inzwischen in übergroßer Fülle zuteilwerden ließ.

Schwester Mirjam, Josefa Balkenhol, wurde am 20. März 1939 in Fürstenberg geboren und wuchs in Bleiwäsche, einem Ortsteil von Fürstenberg, Kreis Büren, auf. Sie war die Jüngste von vier Kindern der Eheleute Johannes Balkenhol und Maria geb. Hengsbach. Ihr Vater führte als Schmiedemeister einen eigenen Betrieb. Leider verstarb er schon, als Josefa 16 Jahre alt war. Der Betrieb wurde von ihrem Bruder weitergeführt.

Josefa besuchte von 1945 – 1954 die Volksschule in Bleiwäsche. Danach setzte sie sich, nach dem frühen Tod des Vaters als Stütze der Mutter im Haushalt ein. 1957 kam sie nach Büren, wo sie in der Großküche der Liebfrauenschule mit angeschlossenem Internat grundlegende hauswirtschaftliche Kenntnisse erwarb. So war sie gut vorbereitet, sich als Hausgehilfin in einem Paderborner Haushalt mit fünf kleinen Kindern einzusetzen. Nach zwei Jahren zog es sie zur Liebfrauenschule nach Büren zurück. Zunächst arbeitete sie als Internatshilfe in einer Gruppe der jüngeren Schülerinnen. Danach wurde ihr der Pfortenbereich anvertraut. Ihre zurückhaltende und zugleich freundliche Art waren eine gute Voraussetzung im Umgang mit Schülerinnen, Lehrern, Eltern und Gästen. In dieser Zeit klärte sich ihr Wunsch, sich einer Ordensgemeinschaft anzuschließen.

Josefa trat im Mai 1962 in die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau ein. Sie begann ihre Ordensausbildung in der Liebfrauenburg Coesfeld. Bei der Einkleidung 1963 erhielt sie den Namen Schwester Mirjam. Das war für die Marienverehrerin eine besondere Freude, denn mit dem hebräischen Namen Mirjam wurde wahrscheinlich auch die Mutter Jesu gerufen.

Die ersten Einsatzgebiete wurden für Schwester Mirjam das kleine Altenheim Annenheim in Münster und die Krankenstation der Schwestern in St. Michael Ahlen. Die Arbeit mit den alten Menschen bereitete ihr viel Freude. Folglich absolvierte sie ab 1970 eine Ausbildung am Fachseminar für Altenpflege in Aachen. Nach dem anschließenden einjährigen Berufspraktikum erhielt sie die staatliche Anerkennung. So war sie gerüstet für ihren Einsatz in den Altenheimen Katharinenstift Coesfeld, Gelsenkirchen und Münster-Hiltrup. Zwischenzeitlich absolvierte sie eine Ausbildung zur Sterbebegleitung. Die erworbenen Kenntnisse waren ihr eine gute Hilfe bei der Begleitung sterbender Bewohner in den Altenheimen.

Nach ihrem beruflichen Ausscheiden kam Schwester Mirjam zum Kloster Annenthal nach Coesfeld. Hier übernahm sie kleine Dienste auf den Pflegestationen. Gerne begleitete sie auch hier sterbende Mitschwestern. Als ihre eigenen Körperkräfte abnahmen und mehrere Krankenhausaufenthalte notwendig wurden, zog sie sich zurück und war streckenweise selbst auf Hilfe angewiesen, für die sie sehr dankbar war. Der Rollator war ihr ständiger Begleiter. Soweit es ihr möglich war, unternahm sie gern Spaziergänge in die nähere Umgebung. Sie erfreute sich an der Natur und an kurzen Gesprächen mit Nachbarn. Glücklich war sie auch darüber, mehr Zeit zum Gebet zu haben. Für uns plötzlich, für Schwester Mirjam aber sicher nicht unvorbereitet, holte Gott sie zu sich.

„Du zeigst mir, Herr, den Pfad zum Leben.“  Das war Schwester Mirjams Wahlspruch. Gott hat sie auf dem Weg durchs Leben begleitet und zum Leben bei sich geführt.

Möge Gott ihr die Fülle dieses Lebens nun schenken.

 

R.I.P.

Schwester Erika Maria Matz (Erika MATZ) ND 5071

Maria Regina Provinz, Coesfeld, Deutschland

 

Datum und Ort der Geburt:         14. Juni 1933            Stettin

Datum und Ort der Profess:        01. August 1961       Mülhausen

Datum und Ort des Todes:          31. Januar 2021        Mülhausen, Haus Salus

 

Der Psalm 131 könnte die Lebensmelodie von Sr. Erika Maria gewesen sein. Er ist mit seinen drei Versen der kürzeste der 150 Psalmenlieder, so wie Sr. Erika Maria nie viel Aufhebens von sich, von ihrem oft durchkreuzten Lebensweg und ihren großen Begabungen machte. Der Psalm beschreibt eine mit Gott verbundene, in ihm ruhende und von ihm getröstete Seele. Das berührt Sr. Erika Marias Erfahrungen, in einer sie behütenden Familie aufwachsen zu können. Diese prägte ihre Gottesbeziehung und ihre positive, wohlwollende Grundhaltung allen gegenüber, mit denen sie zusammenkam: ihre Mitschwestern, ihre Kolleginnen und Kollegen, ihre Schülerinnen und Schüler.

Der Beruf des Vaters im Planungsstab für den Ausbau des Eisenbahnnetzes in Deutschland und den von Hitler besetzten Gebieten erforderte einen häufigen Wohnortwechsel der Familie. Erika wurde in Stettin geboren, besuchte in Berlin, Pommern, Mecklenburg und Niedersachsen die Schule. Während ihre älteren Geschwister, der Bruder im Militärdienst, die Schwester kriegsdienstverpflichtet, die Härten des Zweiten Weltkrieges direkt erlitten, konnte Erika relativ behütet „unter den Flügeln der Mutter“ die Wirren der Hitlerzeit und des Krieges überstehen, trotz Flucht und Hunger, trotz der Bombennächte und der Schrecken der Nazi-Diktatur. Von ihrer Mutter lernte sie die Liebe zu einer gepflegten Sprache. So erfreute Sr. Erika Maria uns oft mit Schätzen aus dem reichen Repertoire ihrer auswendig gelernten Gedichte und Sentenzen. Von ihrem Vater wird sie vor allem ihre Neigung zu feinem Humor, Kunst und Spiel gelernt haben. In ihrer Familie gab es ein großes Repertoire von Bräuchen, mit dem man einander erfreute und ermutigte. Gemeinsame Wanderungen und Reisen weckten in Erika die ausgeprägte Liebe zur Natur und zu den kleinen Schönheiten am Wegrand.

Nach den großen Strapazen der Flucht vor den Truppen der Sowjetunion fand die Familie Matz ein neues Zuhause in Wuppertal-Elberfeld. Erika entschied sich für die Ausbildung zur Kindergärtnerin und Hortnerin und kam dadurch in Kontakt mit der Gemeinschaft der Schwestern Unserer Lieben Frau. Nach ihrem Klostereintritt hatte sie die Möglichkeit, das Abitur nachzuholen. Nach dem Studium für das Lehramt am Gymnasium in den Fächern Englisch, Deutsch, Biologie an der Universität in Münster unterrichtete Schwester Erika Maria 24 Jahre am Gymnasium St. Joseph in Rheinbach, davon viele Jahre als stellvertretende Schulleiterin. Ihre Mitschwestern, Arbeitskolleginnen und -kollegen schätzten ihre Fachkompetenz und Einsatzbereitschaft, ihre Zuverlässigkeit und die liebenswürdige Offenheit für die persönlichen Belange der Mitarbeiter und Schüler, so wie es in dem Psalm heißt: „nicht stolz, nicht hochmütig …“

Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1998 wechselte Sr. Erika Maria in die Schwesternkommunität der Liebfrauenschule in Köln. Neben vielen anderen kleineren Arbeitseinsätzen ordnete und verwaltete sie hier die umfangreiche Schulbibliothek. – Wegen ihrer hohen Kompetenz in der deutschen und englischen Sprache beauftragte die damalige Generaloberin Sr. Erika Maria zur Mitarbeit an der deutschen Neufassung unserer Ordenskonstitutionen. Auch hier wurde ihre tiefe Spiritualität spürbar. In der ihr eigenen Haltung der Gelassenheit und des Gottvertrauens entschied sich Sr. Erika Maria 2015 für den Wechsel in das Haus Salus, das Schwestern-Altenwohnheim unserer Gemeinschaft in Mülhausen. Auch hier ließ sie gelassen „ihre Seele ruhig werden und still“, sich freuend an den kleinen Dingen des Alltags und der Natur, zufrieden „harrend auf den Herrn“, der sie am 31. Januar 2021 in „seine Ewigkeit“ heimholte.

R.I.P.

Schwester Maria Richarda (Richarda Gassel) ND 5056

Schwester Maria Richarda     (Richarda Gassel)      ND 5056

 

Datum und Ort der Geburt:       16. Juni 1935          Borghorst / Westf.

Datum und Ort der Profess:      26. August 1960     Mülhausen

Datum und Ort des Todes:        08. Februar 2021    Mülhausen

                                                                                    

Schwester M. Richarda, vormals Schwester M. Virginum, wuchs zusammen mit ihren drei Brüdern in der Kaufmannsfamilie der Eheleute August und Else Gassel auf. Im großen Geschäftshaushalt lernten die Kinder sehr schnell Verantwortung zu übernehmen. 

Fest verwurzelt im bodenständigen westfälischen Katholizismus gab es in der Familie eine enge Bindung an die Schwestern Unserer Lieben Frau durch die beiden Tanten Sr. M. Virgo und Sr. M. Veritas und die Großtante Sr. M. Benediktine.

Nach der Erlangung der Mitteren Reife machte Richarda eine schulische und praktische Ausbildung in der Liebfrauenschule in Ratingen, die sie mit dem Wirtschafterinnenexamen abschloss.

Geprägt durch ihre familiäre Bindung und durch das Zusammenleben mit den Schwestern Unserer Lieben Frau in der Zeit der Ausbildung antwortete sie auf den Ruf Gottes und begann im Mai 1957 ihre Ordensausbildung. Nach Ablegung der Profess besuchte sie das Fachseminar für Kindergärtnerinnen in Oedt und arbeitete in den folgenden Jahren als Erzieherin in verschiedenen Kindergärten, Kinderheimen und Internaten und von 1970 bis 1978 in der Ganztagsbetreuung an der Liebfrauenschule in Mülhausen. Für ein Jahr folgte sie ihrem Wunsch als Anbetungsschwester im Mutterhaus in Rom zu leben und erlernte danach die Verwaltung und Buchführung.

1980 übernahm sie in Hürtgenwald-Vossenack die Verwaltung im Altenheim „Haus Pius XII.“ und die Aufgabe als Sakristanin. Mit der Eröffnung des neuen, erweiterten Altenheimes, das unter dem Namen „Geschwister-Louis-Haus“ weitergeführt wurde, schied sie aus der Hausverwaltung aus und übernahm die Leitung der Cafeteria. Über ihr hauptamtliches Wirken hinaus war sie ehrenamtlich sehr aktiv in der Pfarre St. Josef als Mitglied des Pfarrgemeinderates, des Liturgieausschusses, als Lektorin und Kommunionhelferin und als Organistin. Freundlich, hilfsbereit und begabt mit vielen gestalterischen Fähigkeiten war sie im Altenheim, in der Pfarre und im Dorf eine treibende Kraft in der Umsetzung vieler Aktivitäten. Sie wurde von allen wegen ihrer freundlichen Art geschätzt.

 

Am 11. Juli 2013 erhielt sie in der Kulturhalle in Langerwehe im Rahmen eines Festprogramms den Ehrenpreis des Kreises Düren für ihr soziales und kirchliches Engagement durch den Landrat Wolfgang Spelthahn.

Im August 2020 konnte Sr. M. Richarda in Vossenack ein dreifaches Fest feiern zusammen mit ihrer Mitschwestern, dem Altenheim und der Pfarre. Viele Gäste kamen in den Pfarrgarten und gratulierten zum 85. Geburtstag, zum 60. Jubiläum ihrer Ordensgelübde und zum 40-jährigen Ortsjubiläum in Vossenack.

 

Aufgrund ihrer zunehmenden Gesundheitsprobleme entschloss sie sich zu einem Wechsel in unser Schwesternaltenheim nach Mülhausen. Der Umzug kam unerwartet schnell, weil ein bösartiger Tumor diagnostiziert wurde und sie vom Krankenhaus aus als Schwerkranke nach Mülhausen kam.

Ein Abschiednehmen von Vossenack und ihrer geliebten Tätigkeit war nicht mehr möglich.

In der Stille ihres Zimmers bereitete sie sich auf den Heimgang zu Gott vor, umsorgt und begleitet von ihrer Mitschwestern und den Mitarbeiterinnen in der Pflege.

Bewusst und still gab sie ihr Leben zurück in Gottes Hand.

 

R.I.P